Ostdeutsche Städte mit hohen Zuwachsraten
bei Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser
Absolut betrachtet liegt München mit 4500 Wohneinheiten
an der Spitze der deutschen Städte, gefolgt von
Berlin (2731 Einheiten) und Hamburg (2408 Einheiten).
Bezogen auf 1000 Einwohner liegt jedoch Potsdam wie
bereits im Jahr 2008 vorn. Mit 6,72 Einheiten je 1000
Einwohner werden in Potsdam die meisten Mehrfamilienhäuser
gebaut. Großstädte wie München sind
zwar in den Top 10 vertreten, liegen aber weiter hinten.
Berlin, als größte deutsche Stadt, liegt
eher am Ende der Rangliste der Mehrfamilienhäuser.
Zahlreiche ostdeutsche Städte verzeichnen jedoch
hohe Zuwachsraten. So hat Erfurt mit 783 Prozent den
höchsten Zuwachs an neuen Mehrfamilienhäusern.
Auch Frankenthal, Dessau-Roßlau und Chemnitz haben
mit mehr als 700 Prozent beziehungsweise 600 Prozent
hohe Zuwachsraten.
Einfamilienhaus bleibt Domäne des ländlichen
Raums
Die Untersuchung des CRES zeigt, dass in den Städten
die Genehmigungen für neu errichtete Einfamilienhäuser
gegen den bundesweiten Trend rückläufig sind.
In Deutschland sind im Jahr 2009 2,1 Prozent mehr neue
Einfamilienhäuser genehmigt worden als 2008. In
den Städten ist aber ein Rückgang von 3,1
Prozent bei den Baugenehmigungen für Einfamilienhäusern
zu verzeichnen. In bevölkerungsdichten Kreisen
stellen Ein- und Zweifamilienhäuser bereits 65
Prozent aller Baugenehmigungen und in ländlichen
Gebieten sind es sogar 77 Prozent. „Damit ist
belegt, dass das Einfamilienhaus die Domäne des
ländlichen Raumes ist“, sagt Schick. Zugleich
hat das CRES in der Untersuchung ermittelt, dass bezogen
auf die Einwohner im ländlichen Raum weniger Einfamilienhäuser
neu genehmigt werden als in den Ballungsgebieten. Während
im ländlichen Raum auf 1.000 Bewohner 1,2 neue
Einfamilienhäuser genehmigt worden sind, beträgt
diese Quote in den Ballungsgebieten 1,27 Einheiten je
1.000 Bewohner.
Hintergrund der Untersuchung
Grundlage der vom CRES durchgeführten Analyse
der Baugenehmigungszahlen sind die Daten des Statistischen
Bundesamtes zu den Baugenehmigungen in Deutschland im
Jahr 2009. In der Analyse wurden die gesamten Baugenehmigungszahlen
für Wohngebäude berücksichtigt. Der Analyse
liegen die Zahlen von 113 kreisfreien Städten und
300 Landkreisen zu Grunde. Die Kreise wurden dabei unterteilt
in solche, die stark und ländliche Kreise, die
schwach besiedelt sind. Von den 300 Landkreisen sind
145 bevölkerungsdichte und 156 ländliche Kreise.
Die Bevölkerung teilt sich so auf, dass ca. 26,5
Mio. Menschen in den kreisfreien Städten, 35,2
Millionen in den bevölkerungsreichen Kreisen und
20,3 Millionen Menschen in den ländlichen Kreisen
leben.
Das Center for Real Estate Studies (CRES) ist der Lehrstuhl
für das immobilien-wirtschaftliche Studium mit
einem Bachelor- oder Masterabschluss an der SHB. Das
CRES wird von Prof. Dr. Michael Lister und Prof. Dr.
Heinz Rehkugler geleitet. |