VDM Presseinformation / 08.07.2010
 

  VDM-IVD Presseinformation
vom 08. Juli 2010
 

Neubau und Wohnungen vor allem in den Städten - Ergebnisse einer Analyse der
Baugenehmigungen 2009
• Zuwachs bei Baugenehmigungen in 2009 vor allem bei Geschosswohnungsbau
• 70 Prozent aller Baugenehmigungen für Geschosswohnungen in nur 20 Städten
• Einfamilienhaus bleibt Domäne des ländlichen Raums

Der für das Jahr 2009 festgestellte Anstieg der Baugenehmi-gungen um 1,9 Prozent ist vorwiegend durch Baugenehmigungen für Woh-nungen in Mehrfamilienhäusern entstanden. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der bundesweiten Baugenehmigungszahlen des Center for Real Estate Studies (CRES) an der Steinbeis Hochschule Berlin (SHB), die im Auftrag des Immobilienverband IVD erstellt wurde. Insgesamt wurden 3.344 mehr Baugenehmigungen erteilt als 2008. „Für die Sicherung des Wohnungsbestandes in Deutschland schauen wir vorrangig auf die neu errichteten Wohngebäude. Hier gab es 2009 ein Plus von 5.865 Einheiten“, sagt Jürgen Michael Schick. 70 Prozent dieses Zuwachses waren Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäuser. Dabei fand das Wachstum überwiegend in städtischen Gebieten statt. „Der Anstieg spiegelt die gute Nachfrage nach Wohnungen in den Ballungsgebieten wieder“, sagt Schick, Vizepräsident des IVD. „Insgesamt belegt unsere Untersuchung, dass in Deutschland im wesentlichen an den richtigen Stellen neue Wohnungen genemigt und gebaut werden, nämlich in den Balllungsgebieten.“ So vereinen zehn von 113 Städten 55 Prozent der Mehrfamilienhausgenehmigungen.

Je städtischer das Gebiet, desto höher der Anstieg

Von insgesamt 64.083 genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wurden allein 31.826 Einheiten in Städten gebaut. „Je mehr man sich von einer Stadt beziehungsweise einem dicht besiedelten Kreis entfernt, desto geringer wird der Anteil der genehmigten Mehrfamilienhäuser“, so Schick. Werden Städte und bevölkerungsdichte Kreise zusammengefasst, dann werden in diesen Ballungsgebieten insgesamt über 55.000 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau errichtet. Das entspricht 86,5 Prozent aller Baugenehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. In Städten werden 0,73 Einheiten je 1000 Einwohner gebaut, in ländlichen Kreisen sind es nur 0,29 Einheiten. Insgesamt vereinen zwanzig Städte 70 Prozent aller Baugenehmigungen von Mehrfamilienhäusern. „Damit lässt sich feststellen, dass der Geschosswohnungsbau heute praktisch nur noch in den Städten stattfindet. Kleinere Städte und Gemeinden partizipieren von diesem Trend zu steigenden Genehmigungen bei Wohnungen noch gar nicht“, sagt der IVD-Sprecher.

 
   

Ostdeutsche Städte mit hohen Zuwachsraten bei Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser

Absolut betrachtet liegt München mit 4500 Wohneinheiten an der Spitze der deutschen Städte, gefolgt von Berlin (2731 Einheiten) und Hamburg (2408 Einheiten). Bezogen auf 1000 Einwohner liegt jedoch Potsdam wie bereits im Jahr 2008 vorn. Mit 6,72 Einheiten je 1000 Einwohner werden in Potsdam die meisten Mehrfamilienhäuser gebaut. Großstädte wie München sind zwar in den Top 10 vertreten, liegen aber weiter hinten. Berlin, als größte deutsche Stadt, liegt eher am Ende der Rangliste der Mehrfamilienhäuser. Zahlreiche ostdeutsche Städte verzeichnen jedoch hohe Zuwachsraten. So hat Erfurt mit 783 Prozent den höchsten Zuwachs an neuen Mehrfamilienhäusern. Auch Frankenthal, Dessau-Roßlau und Chemnitz haben mit mehr als 700 Prozent beziehungsweise 600 Prozent hohe Zuwachsraten.

Einfamilienhaus bleibt Domäne des ländlichen Raums

Die Untersuchung des CRES zeigt, dass in den Städten die Genehmigungen für neu errichtete Einfamilienhäuser gegen den bundesweiten Trend rückläufig sind. In Deutschland sind im Jahr 2009 2,1 Prozent mehr neue Einfamilienhäuser genehmigt worden als 2008. In den Städten ist aber ein Rückgang von 3,1 Prozent bei den Baugenehmigungen für Einfamilienhäusern zu verzeichnen. In bevölkerungsdichten Kreisen stellen Ein- und Zweifamilienhäuser bereits 65 Prozent aller Baugenehmigungen und in ländlichen Gebieten sind es sogar 77 Prozent. „Damit ist belegt, dass das Einfamilienhaus die Domäne des ländlichen Raumes ist“, sagt Schick. Zugleich hat das CRES in der Untersuchung ermittelt, dass bezogen auf die Einwohner im ländlichen Raum weniger Einfamilienhäuser neu genehmigt werden als in den Ballungsgebieten. Während im ländlichen Raum auf 1.000 Bewohner 1,2 neue Einfamilienhäuser genehmigt worden sind, beträgt diese Quote in den Ballungsgebieten 1,27 Einheiten je 1.000 Bewohner.

Hintergrund der Untersuchung

Grundlage der vom CRES durchgeführten Analyse der Baugenehmigungszahlen sind die Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Baugenehmigungen in Deutschland im Jahr 2009. In der Analyse wurden die gesamten Baugenehmigungszahlen für Wohngebäude berücksichtigt. Der Analyse liegen die Zahlen von 113 kreisfreien Städten und 300 Landkreisen zu Grunde. Die Kreise wurden dabei unterteilt in solche, die stark und ländliche Kreise, die schwach besiedelt sind. Von den 300 Landkreisen sind 145 bevölkerungsdichte und 156 ländliche Kreise. Die Bevölkerung teilt sich so auf, dass ca. 26,5 Mio. Menschen in den kreisfreien Städten, 35,2 Millionen in den bevölkerungsreichen Kreisen und 20,3 Millionen Menschen in den ländlichen Kreisen leben.

Das Center for Real Estate Studies (CRES) ist der Lehrstuhl für das immobilien-wirtschaftliche Studium mit einem Bachelor- oder Masterabschluss an der SHB. Das CRES wird von Prof. Dr. Michael Lister und Prof. Dr. Heinz Rehkugler geleitet.

 
 
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